Art Brut – Collection de L’Art Brut Lausanne
Dauerausstellung Sammlung (10.09.2024–31.12.2028)
Art Brut definiert soziale und ästhetische Merkmale und wird von Autodidakten geschaffen, ausserhalb des akademischen Kunstbetriebs. Es sind Aussenseiter:innen, Menschen am Rande der Gesellschaft oder sie leben in psychiatrischen Kliniken und Gefängnissen. Einzelgängerinnen und Rebellen, die keiner sozialen Norm und Wertevorstellung entsprechen. Sie sind künstlerisch frei und arbeiten intuitiv, aus einer fundamentalen Dringlichkeit. Sie schaffen ihren eigenen kreativen Ausdruck mit originell gewählten Materialien, Mitteln und individuellen Prozessen. Es gibt keine künstlerische Tradition und Praxis. Ohne Rücksicht auf Gefallen, Meinung anderer, Ausstellung oder Verkauf arbeiten sie kreativ. Oft sind es Menschen, denen während ihres Lebens ein seelisches Trauma widerfahren ist oder die eine ausserordentliche Begabung haben. So entstehen unverfälschte Werke, die sich mit einer intensiven und rohen Ästhetik, einer unbegrenzten Fantasie und Fertigungstechnik charakterisieren lassen. Der französische Maler Jean Dubuffet (1901–1985) schenkte seine Art Brut Sammlung der Stadt Lausanne und im 1976 wurde das Museum «Collection de L’Art Brut» in Lausanne eröffnet.
© Sadanobu Futai (1917–1988, Japan) | ohne Titel, 1975, 38×54 cm | Collection de l’Art Brut, Lausanne | Foto: Irene Jost

© Aloïse Corbaz (1886–1964, Schweiz) | Bild 1, 2: Ausschnitt von Panel | Collection de l’Art Brut, Lausanne | Foto: Irene Jost
© Eugen Gabritschevsky (1893–1979, Russland) | ohne Titel, zwischen 1950 und 1956, Collection de l’Art Brut, Lausanne | Foto: Irene Jost
© Amar Paul (1919–2017, Algerien) | Collection de l’Art Brut, Lausanne | Foto: Francisco Paco Carrascosa</small/p>
© Amar Paul (1919–2017, Algerien) | Ausschnitt | Collection de l’Art Brut, Lausanne | Foto: Francisco Paco Carrascosa
© Amar Paul (1919-2017, Algerien) | La femme animale, 2002, Skulptur aus geschnitzten und bemalten Muscheln | Collection de L’Art Brut, Lausanne | Foto: Francisco Paco Carrascosa
© Amar Paul (1919-2017, Algerien) | La femme animale (Ausschnitt), 2002 | Collection de L’Art Brut, Lausanne | Foto: Francisco Paco Carrascosa
© Marc Lamy (1939, France) | ohne Titel, 1989, 32x24cm | Collection de L’Art Brut (Foto: cab-945921)
© Marguerite Sirvins (1890–1957, France) | ohne Titel, zwischen 1944 und 1957, Stickerei, 27x38cm | Collection de l’Art Brut, Lausanne | Foto: Irene Jost
© Marie-Rose Lortet (1945, France) | ohne Titel, 1974, 85x50cm | Collection de l’Art Brut, Lausanne | Foto: Irene Jost
© Madge Gill (1882–1961, London) | ohne Titel/Datum, Kleid, bestickt mit mercerisierter Baumwolle, Wolle; verziert mit Baumwollvoile | Collection de l’Art Brut, Lausanne | Foto: Francisco Paco Carrascosa
© Madge Gill (1882–1961, London) | ohne Titel/Datum, Kleid (Ausschnitt) | Collection de l’Art Brut, Lausanne | Foto: Francisco Paco Carrascosa
Laure Pigeon. Das unendliche Blau.
Sonderausstellung Collection de L’Art Brut Lausanne (10.10.2025–01.02.2026)
Mit 53 Jahren beginnt Laure Pigeon (1982-1965, Paris, FR) mit dem spirituellen Zeichnen. Sie erhält ihre Botschaften aus dem Jenseits, als Auserwählte. Die Geister diktieren ihr. Sie hält das zuerst schriftlich und dann visuell fest. Laure Pigeon löst sich dabei von ihrem Selbst und versetzt sich in einen Zustand, der das Unterbewusstsein befreit. Erinnerungen tauchen an die Oberfläche und vermischen sich mit ihrer Vorstellungskraft. Später löst sie sich von diesem Prozess und überträgt die Botschaften des Jenseits frei ins Visuelle. Ihre Zeichnungen sind zart wie der Atem, mit poetischen Verflechtungen, die an gestickte Fäden erinnern. Später werden ihre Bildwelten massig-fein, figurativ und mystisch, verschlungene Pflanzen und Tiere, mit Köpfen und Buchstaben, von leuchtendblau bis fast schwarzblau. Im Frühwerk zeichnet sie ausschliesslich mit blauem Kugelschreiber in Notizhefte und ab 1953 mit blauer Tinte auf genormtes Papier. Erst nach ihrem Tod wird das Werk entdeckt und entgeht knapp der Vernichtung durch Jean Dubuffet. Die Sammlung L’Art Brut besitzt alle Werke von Laure Pigeon.
© Laure Pigeon | ohne Titel, 21.02.1936, 24x32cm | Collection de l’Art Brut, Lausanne (Foto: cab-1945)
© Laure Pigeon | ohne Titel, Skizzenbuch Nr. 2, Aug.–Nov. 1931, 31x48cm | Collection de l’Art Brut, Lausanne (Foto: cab-1956)
© Laure Pigeon | ohne Titel, 10.12.1953, 49x64cm | Collection de l’Art Brut, Lausanne (Foto: cab-1750)
© Laure Pigeon | ohne Titel, 18.04.1956, 50x65cm | Collection de l’Art Brut, Lausanne (Foto: cab-1794)
© Laure Pigeon | ohne Titel, 12.07.1959, 62×48,5cm| Collection de l’Art Brut, Lausanne (Foto: cab-1871)
© Laure Pigeon, ohne Titel, 25.03.1960, 61×45,5cm, Collection de l’Art Brut, Lausanne (Foto: cab-1889)
→ Collection de l’Art Brut, Lausanne: offen Di– So, 11.00–18.00 Uhr
Bildquellennachweis: © alle Bilder bei den Künstler:innen und Collection de L’Art Brut Lausanne (CAB). Infos zum Werk je Bildlegende, gemäss Ausstellungsangaben oder gemäss Werkverzeichnis auf Website CAB | Alle Bilder von Laure Pigeon von CAB-Pressebilder und Bildlegenden gemäss CAB-Pressedossier | Bild von Marc Lamy von CAB (Bildlegende gem. Web-Werkverzeichnis von CAB | Restliche Fotos von Werke von CAB-Ausstellung: Fotos von © Irene Jost und von © Francisco Paco Carrascosa (in Ausstellung) | Bilder dieses Blogs dürfen nicht von Dritten genutzt/publiziert werden.
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